ibus events

2020

Sexarbeit in der Pandemie: stigmatisierung und schattendasein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Corona-Krise hat uns alle plötzlich und mit voller Wucht getroffen und die Probleme prekär Beschäftigter verschärft und deutlicher als sonst aufgezeigt. Eine Branche, die selten Wertschätzung erfährt, musste gerade in dieser Zeit erleben, wie schnell sie in eine wirtschaftliche Notlage gerät. Die Menschen, die in dieser Branche tätig sind, waren bereits vor dem Ausnahmezustand in ihrem Arbeitsalltag von gesellschaftlicher Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen.

 

Sexarbeiter*innen gehören zur Berufsgruppe der Selbständigen – die vorhandenen Strukturen und Reglementierungen lassen jedoch meist nur eine Scheinselbständigkeit zu. Häufig werden Sexarbeiter*innen durch die schlechten Arbeitsbedingungen und geringen Arbeitsplatzwahlmöglichkeiten im legalen Bereich in die Illegalität gedrängt. Durch die Krise manifestierten sich bestehende strukturelle Missstände im Rotlicht und die institutionellen Diskriminierungen wurden vermehrt sichtbar. Die Situation der Akteur*innen wurde durch die ausbleibende staatliche Unterstützung und die mit dem Berufsverbot einhergehenden Unsicherheiten nur noch prekärer.

 

Wir haben zwei Sexarbeiter*innen eingeladen die uns über ihre Erfahrungen und das corona-bedingte Berufsverbot berichten wollen. Thorja, wird uns von der Situation in Österreich erzählen, und Ruby, die online zugeschaltet wird, möchte uns über die noch schwierigere Lage in Deutschland aufklären.

 

ACHTUNG VORANMELDUNG ERFORDERLICH

 

Wegen der aktuellen Coronalage ist die Besucher*innenzahl auf 60 begrenzt. Wenn Sie einen Platz reservieren und fix dabei sein wollen, bitten wir Sie um Voranmeldung unter: ibus@aep.at.

 

 

Die Vortragenden:

 

Thorja von Thardor:

Escort, Akademikerin, Mutter, Aktivistin für die Rechte von Sexarbeiter*innen. Sprecherin des Forums sexworker.at, das eine Selbstorganisation für Sexarbeiter*innen in Österreich ist.

https://www.thorja-escort-wien.at/

 

Mademoiselle Ruby:

Ruby ist Sexarbeiterin aus Deutschland und Vorstandsfrau bei Hydra e.V. in Berlin. Zusammen mit Fabienne macht sie den whoroscope podcast. Sie war noch am 3. März bei uns in Innsbruck, als wir über die Arbeitsrechte von Sexarbeiter*innen diskutierten.

https://whoroscope.eu/

 

Wann? Am 21.10. um 19 Uhr

Wo? Die Bäckerei, Kulturbackstube, Dreiheiligenstr. 21a

Diskussionsabend: Ist Sexarbeit Arbeit? AM 3.3.2020

 

 

Die Beratungsstelle iBUS und die Veran-staltungsreihe Wie Wir Leben Wollen laden zu einem spannenden Abend ein:

 

Am 3. 3. 2020 – dem Internationalen Tag für die Rechte von Sexarbeiter*innen – referiert die marxistische Sexarbeiterin Mademoiselle Ruby über die widersprüchliche Einstellung des Marxismus zu Sexarbeit. Ausgangspunkt ihres Impulsvortrags wird das Zitat von Marx sein:

 

"Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters" (1)

 

Ist Sexarbeit Arbeit? Sind Sexarbeiter*innen Teil der Arbeiter*innenklasse?

 

Nach ihrem Impulsvortrag wollen wir am Podium diskutieren, warum das Thema Sexarbeit auch für österreichische Parteien und Gewerkschaften so schwierig ist.

 

Warum ist Sexarbeit in Österreich nicht als Gewerbe anerkannt obwohl sie das „älteste Gewerbe der Welt“ ist? Sind Kämpfe von Sexarbeiter*innen Arbeitskämpfe? Warum gibt es in Österreich keine gewerkschaftliche Organisation von Sexarbeiter*innen?

 

Am Podium diskutieren:

 

Mademoiselle Ruby ist Sexarbeiterin in Deutschland im BDSM-Bereich. Als Aktivistin beschäftigt sie sich zudem mit Feminismus, Internationalismus und der Geschichte der Hurenbewegung.

 

Christian Knappik ist der gewählte Sprecher des Forums sexworker.at, welche als Selbstorganisation fungiert. Er war schon mehrere Male bei uns auf Besuch und begeistert immer wieder seine Zuhörer.

Christine Baur ist Juristin, ehemalige Tiroler Soziallandesrätin (Die Grünen) und eine Vorstandsfrau des 
AEP.

Marc Deiser ist Arbeitsrechtsexperte beim ÖGB Tirol.

 

  (1) K. Marx, Ökonomische und philosophische Manuskripte, 1844.

 

Hier kann man den Vortrag nachhören.

2019

Kinoabend Und Diskussion: Vulva 3.0 - Zwischen Tabu und Tuning

20.11. um 20.10 Uhr
LEOKINO Innsbruck

 

Die feministische FrauenLesbenVernetzung Tirol lädt zu folgender Veranstaltung ein:

Wir leben in hochsexualisierten Zeiten, in denen Presse, Werbung und Fernsehen jederzeit nackte Frauen mitsamt ihren Geschlechtsteilen zeigen. Doch der Umgang mit dem eigenen Körper ist für viele Frauen immer noch schambehaftet. Vielleicht tragen auch die wenig schmeichelhaften Bezeichnungen „Schamlippen” und „Schamhaare” dazu bei. In der Öffentlichkeit sehen wir eine retuschierte, entindividualisierte Anatomie, die die Attraktivitätsstandards der Pornoindustrie widerspiegelt. Das Idealbild der glatten, brötchenförmigen Vulva mit gleichmäßigen Labien hat jedoch wenig Ähnlichkeit mit der tatsächlichen Gestalt des weiblichen Geschlechtsteils. Die daraus resultierende Unsicherheit vieler Frauen über den eigenen Körper hat die Intimchirurgie als lukratives Geschäftsmodell entdeckt, sie bietet normierte Scheiden, operativ erzeugt. Mit ihrer umfangreichen und sachlichen Recherche zur Geschichte dieses Teils der weiblichen Anatomie im 21. Jahrhundert durchleuchten die Regisseurinnen sämtliche Aspekte des Themas, vom Aufklärungsunterricht bis zur Zensur, vom Retuschieren „unförmiger” Schamlippen in pornografischen Bildern bis zu der Arbeit von Aktivist*innen gegen Genitalverstümmelung – und feiern damit die Vielfalt weiblicher Körper.

Deutschland/Kanada 2014


Regie: Claudia Richarz & Ulrike Zimmermann;
Buch: Ulrike Zimmermann; Kamera: Claudia Richarz; Schnitt: Daniela Boch & Antje Lass; Musik: Roland Musolff;
Mitwirkende: Laura Meritt, Angelika Beck, Claudia Gehrke, Ulrich Grolla, Mithu Sanyal u.a.; (DCP; Farbe; 79min).

 

Ab 16 Jahren

 

Anschließend an den Film wird es eine Fragerunde mit einer der Regisseurinnen, Ulrike Zimmermann geben.

Sex work movie night, vernissage und Diskussion

23.Oktober 2019
Die Bäckerei, Dreiheiligenstraße, Innsbruck

 

Die Beratungsstelle iBUS lädt zu einem Abend im Zeichen der Sexarbeit ein: Film Screening, Vortrag und Vernissage der Videoinstallation "Staat. Körper. Widerstand"

Es werden zwei Dokumentarfilme "Wo Sexarbeiter*innen keine Rechte haben" und "The war on whores" (Eng. ohne Untertitel) gezeigt sowie eine Videoinstallation der Künstlerin Christina Egger präsentiert.

Ein besonderer Gast dieser Veranstaltung wird JOSEFA NEREUS sein. Sie ist Video-Bloggerin und Sexarbeiterin aus Hamburg und wird dem Publikum zwischen den beiden Dokumentarfilmen einen kleinen Input zum Thema Sexarbeit geben und offeneFragen beantworten.

Mehr Infos zu den Filmen und der Videoinstallation:

STAAT.KÖRPER.WIDERSTAND - Die Videoarbeit beinhaltet die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ebenen rund um das Thema Sexarbeit. In der Installation wird der Mythos hinterfragt, der in der gesellschaftlichen Wahrnehmung durch verschiedene Zeichensysteme seinen Ausdruck findet. Es handelt sich um eine dokumentarisch-fiktive Re-Inszenierung von öffentlichen Symbolen und Metaphern bezüglich Bewegung und Raum in denen sich Stigmatisierungen konstruieren. In der Soundinstallation wird die Selbstbestimmung und der Widerstand von Sexarbeiter*innen in Alltagscodes integriert. Die mehrdimensionale Installation konfrontiert das Publikum mit staatlichen Machtmechanismen sowie mit den eigenen Denkkategorien

WO SEXARBEITER*INNEN KEINE RECHTE HABEN - Ovidie. 55 min. Original mit deutschen Untertiteln
Von einigen Seiten wird das schwedische Model zur Prostitution als bahnbrechend bezeichnet. Das es auch eine ziemlich kontroversielle Seite hat, zeigt dieser Film. In Schweden ist Prostitution seit 1998 nicht mehr legal. Freier werden mit einer Strafe verfolgt, Kunden für Sexkauf kriminalisiert und gegen die Prostituierten, die laut Gesetz eigentlich straffrei bleiben, wird häufig das Druckmittel des Kindesentzugs eingesetzt. Sie sind quasi rechtelos. Jasmine, die zu einer Symbolfigur wurde, kostete diese Maßnahme das Leben.

THE WAR ON WHORES - Paul Johnson, 59 min. English - no subtitles.
Is it anyone’s business if consenting adults want to pay or accept money for sex? Sex worker and author Maggie McNeill tells her startling tale about the persecution of sex workers based on the false assumption that most of them are exploited victims of pimps and traffickers. Her movement is challenging these assumptions and the powerful political and cultural forces behind them.

Diese Veranstaltung wird im Rahmen des von der TKI open 19 geförderten Projektes "Sex Publica" veranstaltet.

Nothing about us without us! Sexarbeiter*innen erzählen aus ihrem leben. Eröffnung einer Hörstation

Mittwoch, 20.3.2019

19:00 Die Bäckerei Kulturbackstube

 

Die Innsbrucker Beratungsstelle für Sexarbeiter*innen (iBUS) lädt zu ihrem nächsten Event ein. Endlich kommen Sexarbeiter*innen selbst zu Wort: zwei spannende Frauen (Josefa Nereus und Ronja van Mattiswalde) werden von ihrem Leben und Beruf erzählen.

 

Außerdem wird eine Hörstation eröffnet, in der Tagebucheinträge von anonymen Sexarbeiter*innen von einer Schauspielerin vorgelesen werden und dazu gibt es auch ein Photobuch, das das Alltagsleben von Sexarbeiter*innen aufzeigt. Die Hörstation ist eine freundliche Leihgabe der Beratungseinrichtung Lena in Linz.

 

Dieses Event ist Teil des von der TKI und dem Land Tirol geförderten Projekts „Sex Publica“, in der iBUS eine aus der Öffentlichkeit verbannte Berufsgruppe und die Probleme, die mit dieser Verbannung einhergehen, wieder thematisieren möchte, um so das Stigma und die Klischees über Menschen, die diesem Beruf nachgehen, abzubauen.

 

Anmerkung zu dieser Veranstaltung: Leider konnten beide Vortragende nicht kommen, also sprangen kurzfristig Christine Nagl (Projekt PiA, Salzburg) und Christian Knappik (sexworker.at) ein.

There are no bad girls, just bad laws! Ein Vortrag Von Undine de Rivière

23.1.2019

17:30 Bad Girls Stripclub Innsbruck

 

Wir möchten euch gerne zum Auftakt der iBUS Veranstaltungsreihe „SEX PUBLICA: Öffentliche(r) Sex(ualität) - Verdrängung, Stigmatisierung und Exklusion im Bereich der Sexarbeit“ einladen.

Innsbruck bekommt Besuch von Undine de Rivière, einer Sexarbeiterin und Aktivistin aus Hamburg. Sie hat selbst während ihres Studiums als Stripperin gearbeitet und wird uns von ihrer Geschichte und ihrer aktuellen Arbeit als „Bizarr Lady“ erzählen. Sie wird mit gängigen Klischees aufräumen und dem Publikum einen unerwartet differenzierten Einblick in ihre Welt zwischen BDSM-Studio, Laufhäusern, suggestiver Verbalerotik und Sexparties geben. Sie erzählt über Persönliches, Berufliches und Feministisches und lässt dabei viel Raum für Fragen aus dem Publikum. Sie geht auf die vielschichtige gesellschaftliche Stigmatisierung und institutionelle Diskriminierung von Sexarbeiter*innen ein und appelliert für die Entkriminalisierung dieser umstrittenen Berufsgruppe.

Ein Insiderbericht, wie es hinter den Kulissen eines Wirtschaftszweigs zugeht, der im gesellschaftlichen Diskurs an unterschiedlichen moralischen Maßstäben gemessen wird und über den meist nur Halbwissen und Pauschalurteile verbreitet werden.

Dies findet noch dazu in einem Raum statt, der ähnlich tabuisiert wird. Um das Rotlichtmileu ein wenig zu entmystifizieren und um einen nüchternen und unvoyeuristischen Blick auf eine Örtlichkeit werfen zu können, in der Striptease (eine Art von Sexarbeit) stattfindet, laden wir in den Bad Girls Stripclub in der Bogenmeile ein. Hiermit eröffnet sich die Möglichkeit dass Interessierte einen Stripclub in einem konsumzwangslosen/sicheren Rahmen erkunden können. Durch die zusätzliche inhaltliche Darbietung der Vortragenden möchten wir versuchen den Besucher*innen ein entmystifiziertes und enttabuisiertes Bild von Sexarbeit in ihrer Vielschichtigkeit zu vermitteln. Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Akteur*innen sind, die in der Sexarbeit tätig sind und damit mit den vielen Klischees und Vorurteilen aufzuräumen und die Menschen dahinter zeigen.

Die Vortragende:


Undine de Rivière finanzierte ihr Studium mit Striptease und Sexarbeit und entschied sich nach abgeschlossenem Physik-Diplom für eine hauptberufliche Ausübung der Sexarbeit. Als »Bizarr-Lady« leitete sie fünfzehn Jahre lang eines der bekanntesten BDSM-Studios Hamburgs. Insgesamt arbeitet sie seit über zwanzig Jahren als Sexarbeiterin. De Rivière ist Gründungsmitglied des bundesweiten Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD), einer Interessenvertretung ehemaliger und aktiver Sexarbeiter_innen. Sie setzt sich auf lokaler und Bundesebene für eine Entkriminalisierung des Berufs und eine Stärkung der Rechte von Sexarbeiter_innen ein. Vor kurzem veröffentlichte sie ihr Buch „Mein Hurenmanifest“.

Diese Veranstaltung wurde über die TKIopen 19/ Land Tirol finanziert.

2018

Sexpositive Perspektiven zu SexarbeiT. Ein Vortrag von Laura meritt

24.11. 2018

pmk, Innsbruck

Die Kommunikationswissenschaftlerin Laura Méritt ist Vertreterin des sexpositiven Feminismus und hat 2009 den feministischen Porno-Award PorYes initiiert. Méritt betreibt den Sexshop "Sexclusivitäten", war Mitbegründerin des 'Club Rosa', einem lesbischen Escort Service und setzt sich seit den Anfängen der Hurenbewegung für sexuelle Selbstbestimmung und die Rechte von Sexarbeiter*innen ein. Im Rahmen des DARE YA! FEST wird sie über SEX-POSITIVE PERSPEKTIVEN ZU SEXARBEIT, PORNOGRAPHIE UND SEXUALITÄT referieren.

Laura Méritt gibt einen Überblick über die Geschichte des sex-positiven Feminismus, dessen Einstellungen zu aktuellen Diskussionen und beantwortet Fragen rund um Sexarbeit.

Das Hurenstigma ist sexistisch und per se frauenfeindlich.


Sexarbeiter*innen werden alle möglichen Zuschreibungen aufgedrückt, von sexuellem Missbrauch über milieugeschädigte Kindheit, Drogenabhängigkeit und Beziehungsunfähigkeit. Als handlungsunfähige Opfer werden sie erneut entmündigt und verachtet. Üben Frauen* selbstbestimmt Sex-und Sexarbeit aus, gelten sie als nicht repräsentativ oder privilegiert. Immer sind sie unter Erklärungsdruck. Das Stigma trifft auch Trans*personen sowie schwule und bisexuelle Cis-Männer, die aufgrund ihrer Sexualität unterdrückt und darauf reduziert werden. Dem gegenüber werden die ökonomisch mächtigen Kunden aufgebaut, die von männlichem Sexualtrieb geleitet als bösartige Patriarchen auftreten. Das biologistische Modell der Geschlechter wird hier ewig fortgeschrieben und durch sog. „Sex- und Pornosucht“ der Männer ergänzt. Schließlich werden alle verurteilt, die sich nicht den (sexuellen) Rollen entsprechend verhalten und nicht normierte Sexualität ausleben wollen. Das Modell „gesunder“ und „idealer“ Sexualität propagiert eine konservative Anti-Porn- und Anti-Prostitution-Liga.

Vortrag: Freier Eintritt!

Im Anschluss an den Vortrag gibt es noch Konzerte und Auflegerei. Beim Vortrag ist natürlich freier Eintritt und für alle die noch länger bleiben möchten gibt es ab 8.- Eintritt (der Gewinn des Abends geht an 4 Pro-Choice Aktivist*innen) noch die Möglichkeit DREGS, KLITCLIQUE und TRASH_EISEN live zu sehen und Party zu machen. Hier ist der Link zu der ganzen Veranstaltung.

EIN TABUBRUCH. SPRECHEN ÜBER PROSTITUTION. Ein Vortrag von Benjamin Abt-Schiemann

 

6. März 2018

Cafe Decentral, Innsbruck


Prostituierter, Sexarbeitsaktivist und ehemaliger Hausbesetzer: Benjamin Abt-Schiemann aus Genf beleuchtet als langjähriger Insider seine Perspektive auf gesellschaftliche Kontroversen. Es geht dabei um Feminismen und Gesetze, um Menschenrechte und Entkriminalisierung, um Geschlechter und Macht, um Sexualität und Lebensfreude... und um politische Uneinigkeit (auch in der linken Szene).

2017

SEXARBEIT IST CARE ARBEIT- eine feministische Perspektive. Ein Vortrag von Kathrin Schrader

18.10.2017

Hörsaal des Instituts für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung

 

 

Wie sich im unlängst ratifizierten Prostituiertenschutzgesetz in Deutschland zeigt, bestimmen rassistisches und postkoloniales sowie restriktives Denken viele gesetzliche Regelungen zur Sexarbeit. Dieses Denken wird nach wie vor unhinterfragt von den selbsternannten Befreier_innen abgerufen und gegen die Entkriminalisierung von Sexarbeit in Stellung gebracht. In dem Vortrag werden die Widersprüche dieses Zugangs aufgezeigt und besprochen mit welcher Doppelmoral der angeblich freiheitliche, zivilisierte und aufgeklärte Westen hier argumentiert. Durch einen unverstellten Blick soll im Vortrag und der gemeinsamen Diskussion das heterogene Feld der Sexarbeit besprochen werden. Dabei wird sichtbar, dass Sexarbeit – ebenso wie Soziale Arbeit, Pflegearbeit, psychotherapeutische Arbeit oder Erziehungsarbeit – zum großen Bereich der Carearbeit gehört.


Die Vortragende

Kathrin Schrader ist Professorin für Soziale Arbeit mit Menschen in prekären Lebenslagen in Frankfurt am Main. Sie ist Vorstandsfrau von ragazza e.V. Hamburg und Mitglied des Feministischen Instituts Hamburg.

Eine Veranstaltung von iBUS – Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiter_innen, in Kooperation mit dem Lehr- und Forschungsbereich Kritische Geschlechterforschung, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck.

Dieser Vortrag wird gefördert durch Mittel des Landes Tirol.

 

Gute Huren? Sexarbeit mit pflegebedürftigen Menschen. Vortrag und Diskussion mit Stephanie Klee

30. Mai 2017

Die Bäckerei, Kulturbackstube, Innsbruck

 

Sexualität ist etwas zutiefst menschliches. Das Recht auf Sexualität ist ein Grundrecht und Bestandteil der Menschenwürde. Auf dieser Grundhaltung basiert das Angebot der Sexualbegleitung und Sexualassistenz.

 

Auch behinderte, alte und pflegebedürftige Menschen haben ein Bedüfnis nach Zuneigung und Sex, haben es aber schwer, diesem nachzugehen, da sie oft in großer Abhängigkeit und mit vielen Einschränkungen leben müssen. Sie werden gerne als asexuelle Wesen betrachtet. Oft kommt es deshalb zu Frustration, Hemmungen, Verletzungen und sogar Übergriffen. Ein Thema, bei dem sich Angehörige aber auch Pflegekräfte oft sehr schwer tun. Obwohl Sex allezeit und fast überall präsent ist, ist das Thema der Sexualbegleitung nach wie vor tabuisiert. In mehreren Ländern Europas wird über dieses Thema aber politisch nachgedacht, in einigen wird es staatlich gefördert.

 

Sexualbegleiter*innen sind Sexarbeiter*innen und fallen in Österreich unter das Prostitutionsgesetz. Sexarbeiter*innen werden in unserer Gesellschaft stigmatisiert und deshalb abwertend betrachtet. Doch gerade beim Thema Sexualbegleitung wird erkannt, dass diese eine wichtige Lücke schließt und dass die Grenzen zwischen Sexarbeit und Pflegearbeit fließend sein können. Sexualbegleitung wird in der Gesellschaft jedoch eher akzeptiert als die oft sehr ähnliche Arbeit von Sexarbeiter*innen auf der Straße oder in Betrieben.

 

Folgende Fragen werden im Vortrag diskutiert: Ist Sex ein Grundbedürfnis des Menschen? Haben alle Menschen ein Recht auf Sex? Soll es “Sex auf Rezept” geben? Und wenn ja, für wen?

 

Der Vortrag richtet sich an Menschen mit Einschränkungen und deren Angehörigen, Pflegearbeiter_innen sowie an alle, die sich für das Thema interessieren. Der Vortrag wird in Gebärdensprache übersetzt. Am Ende des Vortrags wird es auch Platz für Fragen aus dem Publikum geben sowie eine mögliche Vernetzung von Einrichtungen zu diesem Thema.

 

 

Die Vortragende:

 

Stephanie Klee ist Verwaltungswirtin, diplomierte Sozialarbeiterin, Sexarbeiterin, Aktivistin, Inhaberin von Highlights Berlin und Gründerin des Vereins move e. V. 2002, Mitbegründerin des Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen und des feministischen Netzwerks “Care Revolution”. Sie bietet Workshops und Seminare zum Thema der Sexualbegleitung an, auch für Angehörige.

www.roter-salon.highlights-berlin.de

 

SEXARBEIT, REPRESSION UND WIDERSTAND! Ein Vortrag von Emy Fem

 

24. Jänner 2017

CAFÉ DECENTRAL – Hallerstr. 1, 6020 Innsbruck

Sexarbeit ist ein Thema, das sehr polarisiert und starke Emotionen auslöst, da Sexarbeit noch immer stigmatisiert und gesellschaftlich geächtet wird. Die Diskussion geht quer durch bekannte politische Strömungen - so gibt es weder die eine feministische noch die eine linke, noch die eine anarchistische Position dazu. Es wird kaum sachlich argumentiert und oft kommen die Menschen, die diesem Beruf nachgehen, gar nicht erst zu Wort. Warum ist das so? Und warum wird Sexarbeit nicht entkriminalisiert und als Beruf anerkannt?


Jenseits dieser theoretischen Debatten versuchen sich Sexarbeiter*innen selbst zu organisieren und sich zu widersetzen. Die Lage von Sexarbeiter*innen ist von Land zu Land unterschiedlich. In wenigen Ländern ist Sexarbeit entkriminalisiert. Doch in einigen Ländern auf der Welt gibt es Selbstorganisationen und Gewerkschaften, die sich dafür einsetzen, Sexarbeit als Arbeit wie jede andere Form der Arbeit auch, anerkennen zu lassen.


Aktivist*innen – wie unsere Vortragende Emy Fem – weisen explizit darauf hin, dass die Frage nach der Freiwilligkeit von Arbeit im Kapitalismus generell sehr begrenzt ist.

 

Die Vortragende:

 

Emy Fem ist eine feministische Aktivistin, Performerin, Sexarbeiterin und Workshopleiterin aus Deutschland. Sie wird das Thema Sexarbeit international beleuchten, um zu zeigen, wie sich Legalisierung und Entkriminalisierung auf den Arbeitsalltag von Sexarbeiter*innen auswirken. Sie wird uns vom Hurenstigma erzählen, wie es am besten überwunden werden kann, und wie sich Widerstand von Seiten der Sexarbeiter*innen gestaltet.

http://www.emyfem.net/

ESSEN FÜR ALLE gibt´s auch!

2016

ERZÄHLCAFE MIT BRIGITTE OBRIST UND FOTOAUSTELLUNG

1.12.2016

AEP Bibliothek, Schöpfstraße 19, Innsbruck

 

• Ipsum* meets iBus**. Fotoausstellung zum Thema Sexarbeit in Innsbruck

• Erzählcafé mit Brigitte Obrist.

iBus lädt euch hiermit herzlich zu einer Fotoausstellung ein, die im Rahmen eines Projekts „Ipsum meets iBus“ organisiert wurde. Innerhalb dieses Projekts wurden von unterschiedlichen Personen Fotos zum Thema Sexarbeit in Innsbruck gemacht. Dabei wurde folgenden Fragen nachgegangen: Was heißt es, Sexarbeiter_in zu sein? Wie ist die öffentliche Wahrnehmung dieser? Wie ist meine persönliche Wahrnehmung? Wie schaut es in Innsbruck konkret aus? Diese Fotos sowie die Erkenntnisse daraus wollen wir euch gerne präsentieren.

Außerdem gibt es einen spannenden Vortrag von Brigitte Obrist, die extra aus der Schweiz zu uns anreist. Sie war von 1983-1992 in der Schweiz in der Sexarbeit tätig und ab 1988 in einer Beratungsstelle und in der Aidsprävention. Sie wird uns von ihren Erfahrungen berichten und auch davon, wie die Sexarbeit sie zur Feministin gemacht hat.

Auf einen aufschlussreichen Abend mit euch freut sich das iBus Team!

*ipsum ist ein Verein, der Fotografie als Medium in der entwicklungspolitischen und interkulturellen Bildungsarbeit einsetzt. Ziel ist ein Perspektivenwechsel und kritische Hinterfragung des Alltags.

2015

SEX, ARBEIT UND DIE POLITIK DER REPRÄSENTATIOn. Ein Vortrag von Nikita Dhawan und Maria do mar castro varela

3.12. 2015                                  

AEP Bibliothek, Schöpfstraße 19, Innsbruck

   

Im Alltagsverständnis werden die Begriffe “Sex” und “Arbeit” als Gegensätze betrachtet, so als impliziere das eine die Abwesenheit des anderen. Das Konzept „Sexarbeit“, obwohl nicht von all jenen, die Teil dieses transnationalen Arbeitsmarktes sind, akzeptiert, ist provokativ, da es das Alltagsverständnis von “Sex” und “Arbeit” irritiert. Es verknüpft nämlich zwei Sphären, die normalerweise nicht zusammengedacht werden: der Verkauf der sexuellen Arbeitskraft als Lohnarbeit. Im Gegensatz zu Lohnarbeit wird Sexarbeit nicht als normal angesehen, da es sich dabei weder um „normalen“ Sex, noch „normale“ Arbeit handelt. „Normalität“ bestimmt das, was innerhalb von Sex und Arbeit als akzeptabel, erstrebenswert und legitim erachtet wird. Repräsentation – also das wie in Alltagsdiskursen jemand und etwas repräsentiert werden – ist mithin im Kontext von Sexarbeit ein wichtiger Aspekt im Kampf um sexuelle und ökonomische Gerechtigkeit.


Aufbauend auf postkolonial-queer-feministischen Perspektiven wird der Vortrag folgenden Fragen nachgehen: Was ist „normale“ Arbeit und „normaler“ Sex? Welche Rolle spielen Fragen von Rassifizierung, Klasse, Gender und Religion in diesem Zusammenhang? Was geschieht mit jenen Subjekten, die diese Normen nicht erfüllen können oder wollen? Wie werden sie entmachtet und warum erscheinen sie als unintelligibel und nicht anerkennbar? Wieso und mit welchen Konsequenzen werden ihre Forderungen, Interessen und Belange außerhalb der Sphäre des Rechtmäßigen.

 

Die Vortragenden:

 

Prof.in Dr.in Nikita Dhawan (* 1972 in Thane) ist seit Oktober 2014 Professorin für Politische Theorie mit thematischer Akzentuierung im Feld der Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Innsbruck sowie Direktorin der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung: Identitäten – Diskurse – Transformationen. Ihre Forschungs- und Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen des Transnationalen Feminismus, der Globalen Gerechtigkeit, der Menschenrechte sowie der Demokratie und Dekolonisierung.

 

Prof.in Dr.in rer. soc. María do Mar Castro Varela (* in A Coruna) ist Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Queer und Gender Studies an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Sie ist Dipl.-Psych. und Dipl.-Päd. und promovierte in Politikwissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Postkoloniale Theorie, Kritische Migrationsforschung und Gender- und Queer Studies.

AUSBEUTUNG DURCH ENTRECHTUNG. Ein WORKSHOP MIT HELGA PREGESBAUER UND CHRISTINE NAGL

November 2015
AEP, Schöpfstr. 19 / 15:00 - 17:00

 

FRAU* MACHT SEX - IST SEX ARBEIT? Macht Sex Frauen? Machen Frauen Sex? Wer besitzt den Sex und wer die Sexualität, die Erotik, das Begehren und den Körper? Wie ändern sich diese Verhältnisse? Wer hat die Macht darüber zu bestimmen und vor allem: Wer bestimmt über wen?

WS zur Sexarbeits-Debatte und Prostitutionsgesetzen (SWE, NZL, A, D).

 

Helga Pregesbauer und Christine Nagl sprechen mit Euch über Prostitution vs. Sexarbeit, Hurenstigma, sexuelle Normierungen. Wie wird in den Medien gesprochen/geschrieben, wie entstehen Gesetze/politische Maßnahmen? Warum schließt die Gesellschaft Sexarbeiter*innen aus? Was fördert Gewalt gegen Sexarbeiter*innen? Wie schlimm ist sie wirklich und welche Maßnahmen müssen gesetzt werden, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit zu verbessern?

 

Die Vortragenden:

 

Christine Nagl ist Vorstandsfrau bei der Sexarbeiter_innen Selbstorganisation sexworker.at und Projektleiterin bei PiA Salzburg. Sie ist Mitglied der Plattform Menschenrechte Salzburg und der AG Bundesländerkompetenzen Prostitution.

 

Helga Pregesbauer ist Historikerin, Autorin und politische Aktivistin. Historikerin mit Schwerpunkt Sexualitätsgeschichte (Hexenverfolgung, Folter, Rape Culture, sexualisierte Gewalt, Sexarbeit). Sie lebt als Texterin und Lampenfiebertrainerin in Wien. wortflechte.com

 

Der Workshop ist von 15:00 bis 17:00 angesetzt.

Migrantische Sexarbeiter_innen im Spannungsfeld von Gewalterfahrungen und Handlungskapazitäten. Ein Vortrag von Maritza Le Breton

29. April 2015, 19:00 Uhr
Öffentliche aep-Frauenbibliothek, Schöpfstraße 19, Innsbruck

 

Im Zuge globaler Entgrenzung und neuer Grenzziehungen im Kontext internationaler  Mobilität sowie zunehmender Transnationalisierung von (Arbeits-)Märkten lässt sich in einigen westeuropäischen Ländern, so beispielsweise in der Schweiz und Österreich, eine gesteigerte Ausbreitung des Sexgewerbes feststellen.

 

 

Als Folge davon und angesichts der zunehmenden Feminisierung der Migration arbeiten hierbei mehrheitlich Migrantinnen aus so genannten Drittstaaten und osteuropäischen Ländern mit oder ohne legalen Aufenthaltsstatus im Sexgewerbe. Ihre Lebenswelt ist je nach Aufenthalts- und sozialem Status durch verschiedene Verhältnisse charakterisiert. Obwohl Gewalt gegen Frauen und spezifisch Gewalt im sozialen Nahraum in den vergangenen zwei Jahrzehnten enttabuisiert wurde, ist das Phänomen der Gewalt gegen Sexarbeiter_innen mit Migrationserfahrung in seiner Komplexität bisher lediglich in Ansätzen erfasst worden. Die Tendenz steigender abolitionistischer Bestrebungen – wie sie beispielsweise in Schweden politisch vorherrschend sind – zielen auf ein Verbot von Prostitution mit der Begründung, dass es sich dabei um eine schwere Form der Verletzung von Menschenwürde, bezahlte Vergewaltigung und Degradierung aller Frauen zur Ware handeln würde.


Sexarbeit ist ein vielschichtiges und heterogenes Handlungs- und Wissensfeld, welches zugleich von vielfältigen Ambivalenzen und moralischen Imperativen im Alltag und in der Wissenschaft durchzogen ist. So wird Sexarbeit einerseits als Ausbeutung, Sexsklaverei, Menschen- und Frauenhandel und andererseits als legitime Arbeit bzw. als bezahlte sexuelle Dienstleistung verstanden. In diesen Metaphern und Diskursen kommen Sexarbeiter_innen selber kaum zu Wort. Es wird in der Regel über sie gesprochen und ihnen meist jegliche Selbstbestimmung negiert. Die hegemonialen Debatten verzerren reale Verhältnisse und blenden die strukturellen Bedingungen aus, die dazu führen, dass nach wie vor überwiegend Frauen bzw. Migrantinnen in die Sexarbeit einsteigen.

In diesem Vortrag wird Dr.in phil. Maritza Le Breton - Autorin der Studie „Sexarbeit als transnationale Zone der Prekarität“ - die Lebens- und Arbeitskonstellationen der befragten Sexarbeiter_innen beleuchten und dabei Gewalterfahrungen und Handlungskapazitäten veranschaulichen.

 

 

Die Vortragende:

 

Maritza Le Breton, Dr.in phil., ist Professorin für Soziale Arbeit an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz am Standort Olten. Sie befasst sich seit vielen Jahren mit Geschlechter- und Migrationsforschung und ist u.a. Autorin der Studie „Sexarbeit als transnationale Zone der Prekarität − Migrierende Sexarbeiterinnen im Spannungsfeld von Gewalterfahrungen und Handlungsoptionen“ (VS Verlag für Sozialwissenschaften).

 

 

2014

Sexarbeit im Brennpunkt politischer Gestaltung. Ein Vortrag von Helga Amesberger MIT anschließender Podiumsdiskussion

9. Dezember 2014, 14:00 Uhr
Die Bäckerei, Dreiheiligenstr. 21a, Innsbruck

 

Der Abend beginnt mit einem Vortrag von Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung Wien:

 

Prostitutionspolitiken in Europa und anderswo sind ein heiß umkämpftes Feld.  Sie sind im besonderen Maße von Wertehaltungen und Moralvorstellungen geprägt. Dementsprechend unterschiedlich sind die Zugänge und der politische Umgang damit: Das Spektrum der Maßnahmen und Forderungen reicht von einem Verbot der Sexarbeit oder des Sexkaufs bis hin zu einer umfassenden Entkriminalisierung.  Die meisten Prostitutionsgesetze werden mit der Intention ausgearbeitet, die in der Sexarbeit Tätigen zu schützen, Ausbeutung und Frauenhandel zu verhindern. Können Prostitutionsgesetze dies leisten? Und wenn ja, welche Voraussetzungen müssen hierfür gegeben sein?

 

Der Beantwortung dieser Fragen nähert sich Amesberger in drei Schritten: Zunächst beschreibt sie kurz wie sich Sexarbeit in Österreich gestaltet und welche rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Im zweiten Teil befasst sie sich mit den Auswirkungen dieser Gesetze und weiterer prostitutionspolitischer Maßnahmen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen.

 

Ebenfalls mit dem Fokus auf die Auswirkung gesetzlicher Regulierung auf Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Schutz und Rechte von Sexarbeiterinnen stellt sie in einem dritten Schritt die österreichische, stark regulative Prostitutionspolitik dem schwedischen Modell des Sexkaufverbots und der neuseeländischen Entkriminalisierungspolitik gegenüber.

 

Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion:

 

Am Podium diskutieren:


Mag.a Dr.in Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung

 

Landesrätin Dr.in Christine Bauer

 

Landtagsabgeordnete Gabriele Schiessling

 

Stadtpolizeikommandant Oberst Martin Kirchler

 

Eine Mitarbeiterin von iBUS.

 

 

Kooperationsveranstaltung von FiB – Frauen im Brennpunkt und iBUS – Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiter_innen.

 

Filmabend zu Sexarbeit

8. Oktober 2014, 19:00 Uhr

Cinematograph, Museumstrasse 31, Innsbruck

 

“Das Christkind und das rote Licht”

 

Ein Kurzfilm (AT 2013) von Christina Schmölz & Clara Jacquemard in Zusammenarbeit mit dem AEP und Christine Nagl (Projekt PiA, Salzburg)

 

iBUS stellt sich vor!

 

Die iBUS Mitarbeiterinnen stellen das neue Beratungsangebot des AEP, welches sich an aktive und ehemalige Sexarbeiter_innen richtet, vor und berichten über die Situation von Sexarbeiter_innen in Innsbruck.

 

„Frauenzimmer“

 

Film (DE 2010) von Saara Aila Waasner

 

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von drei Berliner Frauen um die 50, die ihr Geld mit Sexarbeit verdienen. Christel, Paula und Karolina arbeiten in ihrer eigenen Wohnung, im Bordell oder empfangen die Kunden im Dominastudio. Den drei Protagonistinnen ist gemein, dass sie den Schritt in die Prostitution bewusst vollzogen haben, zum Teil auch als Ausdruck einer neu gewonnenen Freiheit. Ihre facettenreichen Persönlichkeiten machen deutlich, auf welch unterschiedliche Art und Weise sie der Prostitution nachgehen und warum sie sich für den Beruf der Sexarbeiterin entschieden haben. Mit großer Offenheit lassen die drei Frauen das Publikum an ihrem Leben teilhaben. Sie zeigen selbstbewusst, stolz und mit Humor, was Sexarbeit für sie bedeutet und wie viel unverkäufliche Liebe sie zu geben bereit sind.

 

 

Eine Kooperationsveranstaltung von iBUS (Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiter_innen) und kinovi[sie]on.