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Nächste Veranstaltung: Sex work movie night und vernissage

Die Beratungsstelle iBUS lädt zu einem Abend im Zeichen der Sexarbeit ein: Film Screening, Vortrag und Vernissage der Videoinstallation "Staat. Körper. Widerstand"

Es werden zwei Dokumentarfilme "Wo Sexarbeiter*innen keine Rechte haben" und "The war on whores" (Eng. ohne Untertitel) gezeigt sowie eine Videoinstallation der Künstlerin Christina Egger präsentiert.

Ein besonderer Gast dieser Veranstaltung wird JOSEFA NEREUS sein. Sie ist Video-Bloggerin und Sexarbeiterin aus Hamburg und wird dem Publikum zwischen den beiden Dokumentarfilmen einen kleinen Input zum Thema Sexarbeit geben und offeneFragen beantworten.

Mehr Infos zu den Filmen und der Videoinstallation:

STAAT.KÖRPER.WIDERSTAND - Die Videoarbeit beinhaltet die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ebenen rund um das Thema Sexarbeit. In der Installation wird der Mythos hinterfragt, der in der gesellschaftlichen Wahrnehmung durch verschiedene Zeichensysteme seinen Ausdruck findet. Es handelt sich um eine dokumentarisch-fiktive Re-Inszenierung von öffentlichen Symbolen und Metaphern bezüglich Bewegung und Raum in denen sich Stigmatisierungen konstruieren. In der Soundinstallation wird die Selbstbestimmung und der Widerstand von Sexarbeiter*innen in Alltagscodes integriert. Die mehrdimensionale Installation konfrontiert das Publikum mit staatlichen Machtmechanismen sowie mit den eigenen Denkkategorien

WO SEXARBEITER*INNEN KEINE RECHTE HABEN - Ovidie. 55 min. Original mit deutschen Untertiteln
Von einigen Seiten wird das schwedische Model zur Prostitution als bahnbrechend bezeichnet. Das es auch eine ziemlich kontroversielle Seite hat, zeigt dieser Film. In Schweden ist Prostitution seit 1998 nicht mehr legal. Freier werden mit einer Strafe verfolgt, Kunden für Sexkauf kriminalisiert und gegen die Prostituierten, die laut Gesetz eigentlich straffrei bleiben, wird häufig das Druckmittel des Kindesentzugs eingesetzt. Sie sind quasi rechtelos. Jasmine, die zu einer Symbolfigur wurde, kostete diese Maßnahme das Leben.

THE WAR ON WHORES - Paul Johnson, 59 min. English - no subtitles.
Is it anyone’s business if consenting adults want to pay or accept money for sex? Sex worker and author Maggie McNeill tells her startling tale about the persecution of sex workers based on the false assumption that most of them are exploited victims of pimps and traffickers. Her movement is challenging these assumptions and the powerful political and cultural forces behind them.

Wann: 23.Oktober 2019, ab 19 Uhr (pünktlich)
Wo: Die Bäckerei, Dreiheiligenstraße, 6020 Innsbruck

Diese Veranstaltung wird im Rahmen des von der TKI open 19 geförderten Projektes "Sex Publica" veranstaltet.

WANDGEMÄLDE - BEGEHRT UND VERDRÄNGT

Im Rahmen des von der TKI 19 geförderten Projekts “Sex Publica. Öffentliche(r) Sex(ualität)” und der freundlichen Genehmigung der ÖBB hat iBUS in den letzten Tagen ein Wandgemälde an der Bahnunterführung Mitterweg gestaltet.

 

Das Bild stellt die gesellschaftliche Doppelmoral im Umgang mit Sexarbeit dar. Früher standen hier Sexarbeiter*innen, jetzt arbeiten diese im Versteckten und unsichtbaren Bereich. Das Bild zeigt 4 Frauen mit rotem Regenschirm, der symbolisch für die Sexarbeiter*innenbewegung steht, welche für die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit und gegen die Stigmatisierung von Sexarbeit kämpft.

 

Innsbruck, am 17.7.2019

 

Rezension von Revolting Prostitutes

Juno Mac und Molly Smith (2018) Revolting Prostitutes. The Fight for Sex Workers’ Rights. Verso Books: London. ISBN 978-1-78663-360-6. 278 Seiten

 

Obwohl es bis jetzt nur in englischer Sprache erschienen ist, erachten wir von iBUS es trotzdem als wichtig, dieses Buch in der AEP Bibliothek zu haben, weil es eine pragmatische, linke, feministische Perspektive hat.

Die Autorinnen, zwei junge englische Sexarbeiterinnen, positionieren sich weder als „sex-positiv“, noch als „sex-negativ“, sondern als „sex-ambivalent“. Bei einem Thema, welches die feministische (und linke) Bewegung spaltet wie kein anderes, gehen sie einen dritten Weg und fordern, dass Sexarbeit wirklich wie andere Arbeit behandelt wird, auch wenn es keine gewöhnliche Arbeit ist.

Viele Feminist*innen argumentieren, dass Sexarbeit keine Arbeit sei, weil sie schlechte Arbeit ist. Und darum stellen sich Sexarbeitsaktivist*innen oft konträr dagegen und behaupten, es sei doch gute Arbeit aus diesen und jenen Gründen (z.B. selbstbestimmt und gut bezahlt).

Weder die „happy hooker“ (selbstbestimme Person, die ihren Job liebt) noch die „exited woman“ (Ausgestiegene), sondern die „unhappy hookers“ sollen laut Mac und Smith zu Wort kommen, also jene, die den Job nicht unbedingt gern machen, ihn aber machen, um Geld zu verdienen. Die große Mehrheit der Sexarbeiter*innen also.

Mac und Smith betonen, dass es nicht wichtig ist, ob die Arbeit gut oder schlecht ist, oder gar einen Mehrwehrt für die Gesellschaft liefert, sondern dass es eben Lohnarbeit ist, und Arbeiter*innen brauchen Rechte, vor allem dann, wenn die Arbeit schlecht ist. Viele Arbeiter*innen hassen ihren Job, müssen ihn jedoch machen, weil sie in einer kapitalistischen Welt nun mal Geld brauchen, um überleben zu können. Trotzdem verdienen sie fundamentale Arbeitsrechte.

Ja, es gibt im weiten Spektrum der Sexarbeit nicht nur die emanzipierte selbstbestimmte Sexarbeiterin, die den Job liebt, sich ihrer Rechte bewusst ist und dafür kämpfen kann. Ja, es gibt Ausbeutung, ja es gibt Vergewaltigungen, ja es gibt Menschenhandel. Aber es sind weniger Individuen Schuld an der Ausbeutung von Sexarbeiter*innen, sondern das globale kapitalistische System. Solange es so gravierende Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern geben wird, wird es Migration geben. Solange es so streng bewachte Grenzen gibt und legale Migration verunmöglicht wird, werden sich Menschen in die Hände von Dritten begeben, die sie (mit guten oder schlechten Absichten) bei dem Prozess der Flucht/Migration unterstützen. Die Beschränkung der legalen Migrationsmöglichkeiten spielt Menschenhändlern und der organisierten Kriminalität in die Hände.

Man kann das Phänomen Sexarbeit nicht einfach wegregulieren, weil man es nicht mag, sondern man muss bessere Arbeitsmöglichkeiten schaffen und Personen nicht den Zugang zu einer von ihnen gewählten Arbeit verwehren.

Verbote bringen nie die gewünschte Lösung, sondern machen nur das Leben jener Personen schwer, die dringend Geld brauchen, wie die Autorinnen anhand aller Sexarbeitsmodelle auf der Welt mit vielen Beispielen veranschaulichen. Das gilt auch für das als feministisch dargestellte „Nordische Modell“, das eine Entkriminalisierung von Sexarbeiter*innen verspricht, faktisch jedoch viele indirekte negative Konsequenzen für Sexarbeiter*innen hat.

Sexarbeit ist der wohl sichtbarste Ausdruck des Patriarchats, daran besteht kein Zweifel. Aber Lohnarbeit ist generell Ausdruck des Kapitalismus und deshalb muss man mit einer Kapitalismuskritik beginnen, wenn man Sexarbeit schlecht findet. Wenn man ein Problem damit hat, dass Leute Dinge für Geld tun, die sie sonst nicht machen würden, dann hat man nicht ein Problem mit Sexarbeit, sondern mit dem Kapitalismus (Originalzitat von Kaytlin Bailey, Sexarbeitsaktivistin).

Das beste Modell für Mac und Smith ist jenes der Entkriminalisierung, welches auf dem „harm reduction“ (Schadensverminderung) Ansatz beruht, nachdem auch wir als Sozialarbeiterinnen arbeiten. Sexarbeit gibt es, das ist eine Tatsache, ob man es will oder nicht. Gerade weil es vielen Sexarbeiter*innen oft schwerfällt auszusteigen, sei es aus Mangel an Alternativen, sei es durch den rassistisch-strukturierten Arbeitsmarkt oder durch niedrige Einkommenschancen in anderen Sektoren, ist es nötig, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, sich also auf die aktuellen Arbeitsbedingungen zu fokussieren und hier eine Verbesserung herbeizuführen. Deshalb haben Sexarbeiter*innen in diesem Modell Arbeitsrechte, die sie wenn nötig auch einklagen können.

Am Ende des Buches plädieren die Autorinnen für eine Welt ohne Grenzen und ohne Armut (soziale Absicherung, leistbares Wohnen etc.), denn nur so könne man die Bedingungen schaffen, in denen niemand mehr Sexarbeit leisten muss (und auch generell keine Lohnarbeit, die man nicht machen will).

Juli 2019

Presseaussendung internationaler hurentag 2. juni 2019

 

Sexarbeit ist Arbeit!

Für einen würdigen und diskriminierungsfreien Umgang mit Sexarbeiter*innen


Zum diesjährigen Internationalen Hurentag machen die Sexarbeiter*innen-Selbstorganisationen sexworker.at und Red Edition, sowie die Unterstützer*innen- und Beratungsorganisationen maiz (Linz), PiA (Salzburg), iBUS (Innsbruck), SXA-Info (Graz) und LEFÖ (Wien) auf Missstände, behördliche Willkür und die diskriminierende Ungleichbehandlung auf rechtlicher sowie gesellschaftlicher Ebene von Personen, die in der Sexarbeit tätig sind, aufmerksam.


Die behördliche Registrierungspflicht und sechswöchentlichen Pflichtuntersuchungen schreiben Personen, die Sexdienstleistungen anbieten, besondere Pflichten vor, die akribisch verfolgt und kontrolliert werden, ohne ihnen jedoch einen klaren und ausreichenden arbeitsrechtlichen Schutz zu gewährleisten. Die bestehenden Prostitutionsgesetze fokussieren hauptsächlich den Schutz der Gesellschaft vor Sexarbeit (wer und wo der Sexarbeit nachgegangen werden darf); nicht vorgesehen sind rechtliche Möglichkeiten sich als Sexarbeiterin vor Ausbeutung zu schützen.


Gleichzeitig wird ein verstärkter Fokus auf Kontrollen von verwaltungsrechtlichen Übertretungen in dieser Arbeitsbranche seitens der Behörden gelegt. Diese sind oft an drastische und erniedrigende Vorgehensweisen gekoppelt und angesichts einer möglichen Verwaltungsüberschreitung äußerst

frag- und kritikwürdig. Zudem hat dies zur Folge, dass Sexarbeiter*innen die zuständigen Kontrollbehörden meist ausschließlich als strafende Instanz wahrnehmen. Sexarbeiter*innen, die herabwürdigende Behandlungen von Seiten der Behörden erleben, verlieren das Vertrauen in die Behörden. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass selbst wenn Hilfe benötigt wird, diese nicht geholt wird. Diese Vorgehensweise vonseiten der Behörden sind hinderlich, wenn es um die Aufklärung und Bekämpfung von Ausbeutung und anderen Straftaten geht. Zudem erhöhen sie die Marginalisierung und Stigmatisierung von Personen die Sexdienstleistungen anbieten und erschweren den Zugang zu Unterstützung erheblich.


Um diese Situation zu verbessern, bedarf es einer kontinuierlichen und realitätsnahen Evaluierung von neu entstandenen Problemlagen, sowie Lösungsansätzen, die nur durch Zusammenarbeit von allen beteiligten Stellen entstehen können. Gleichzeitig werden kompetenten Beratungsstellen Fördergelder entzogen bzw. weiter auf niedrigem Niveau gehalten. Somit kann die umfassende und auf Respekt und Anerkennung basierte Beratung nur unzureichend umgesetzt werden. Diese Kürzungspolitik ist auch eine Art der Gewalt gegenüber Sexarbeiter*innen und eine symbolträchtige Positionierung seitens des Staates.


Die unterzeichnenden Organisationen fordern deshalb:


• ein Ende der kriminalisierenden, diskriminierenden und stigmatisierenden Praktiken gegenüber Sexarbeiter*innen
• effektive Rechtssicherheit und Zugang zu Gerechtigkeit, unabhängig vom Aufenthaltsstatus
• Miteinbeziehung von Sexarbeiter*innen in alle sie betreffenden Entscheidungsprozesse.
• langfristige und verlässliche Finanzierung von Beratungsstellen, um den effektiven und
niederschwelligen Zugang zu Unterstützung zu gewährleisten


Aktionen anlässlich des Internationalen Hurentags 2019:


Wien: 04.06.2019, 16.00 - 19.00 Uhr, Urban-Loritz-Platz: Öffentliche Aktion für mehr Rechte
für Sexarbeiter*innen mit Info-Café, Reden, Flashmobs und Musik-Acts von Schapka, Lana
Sharp und DJane Chra. Gemeinsam mit den Grünen Frauen Wien, maiz (Linz), PiA (Salzburg),
den KPÖ Frauen, sexworker.at, Red Edition, dem Kollektiv „Take back the Streets“, dem
Kollektiv Ni Una Menos Austria, Amnesty International – Netzwerk Frauenrechte und der ÖH
BV lädt LEFÖ zu diesem Aktionstag ein!


Wien: 05.06.2019, 19.00 Uhr, Admiral Kino, Burggasse 119: Filmscreening „Crossings –
Geschichten migrantischer Sexarbeiter*innen“ und anschließende Diskussion mit
Vertreter*innen des internationalen europäischen Netzwerks TAMPEP. Veranstalterinnen:
LEFÖ, PiA, TAMPEP Steering Comittee, in Kooperation mit den Grünen Frauen Wien.

 

Diese Pressemitteilung wird getragen von:


maiz – Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen (Linz), LEFÖ – Beratung, Bildung und
Begleitung für Migrantinnen (Wien), PiA / Projekt für Sexarbeiterinnen (Salzburg), SXA-Info
(Graz), iBUS - Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiterinnen, die
Sexarbeiter*innen-Selbstorganisationen sexworker.at und Red Edition.

 

Internationaler Hurentag, 2. Juni 1975:

 

Proteste und Kirchenbesetzung von Sexarbeiter*innen
in Frankreich. Zeitgleich mit der Kirchenbesetzung in Lyon riefen Sexarbeiter*innen einen
Streik aus, der sich auch auf andere französische Städte ausweitete. Nach acht Tagen ließ der
Innenminister die Kirche räumen, mit der Begründung, die Frauen würden allesamt von
Zuhältern kontrolliert, die auch die Anstifter dieser Aktion seien. „Es reduziert damit einen
Frauenkampf, der weltweite Schlagzeilen gemacht hat, zu einer Rangelei zwischen Männern:
hier `Zuhälter`- da ´Ordnungskräfte´“, schreibt Pieke Biermann in ihrem Buch „Wir sind Frauen
wie andere auch! Prostituierte und ihre Kämpfe“. Diese Strategie ist noch heute üblich, um
Sexarbeiter*innen, die sich öffentlich äußern, zu diffamieren und Sympathien in der restlichen
Bevölkerung zu zerstreuen.

 

 

 

Nothing about us without us! Sexarbeiter*innen erzählen aus ihrem leben

Mittwoch, 20.3.2019

19:00 Die Bäckerei Kulturbackstube

 

Die Innsbrucker Beratungsstelle für Sexarbeiter*innen (iBUS) lädt zu ihrem nächsten Event ein. Endlich kommen Sexarbeiter*innen selbst zu Wort: zwei spannende Frauen (Josefa Nereus und Ronja van Mattiswalde) werden von ihrem Leben und Beruf erzählen.

 

Außerdem wird eine Hörstation eröffnet, in der Tagebucheinträge von anonymen Sexarbeiter*innen von einer Schauspielerin vorgelesen werden und dazu gibt es auch ein Photobuch, das das Alltagsleben von Sexarbeiter*innen aufzeigt.

 

Hier der Link zu der Facebook-Veranstaltung: NOTHING ABOUT US WITHOUT US!

 

Dieses Event ist Teil des von der TKI und dem Land Tirol geförderten Projekts „Sex Publica“, in der iBUS eine aus der Öffentlichkeit verbannte Berufsgruppe und die Probleme, die mit dieser Verbannung einhergehen, wieder thematisieren möchte, um so das Stigma und die Klischees über Menschen, die diesem Beruf nachgehen, abzubauen.

 

Vortrag Undine de Rivière-There are no bad girls, just bad laws!

Mittwoch, 23.1.2019

17:30 Bad Girls Stripclub Innsbruck

 

Wir möchten euch gerne zum Auftakt der iBUS Veranstaltungsreihe „SEX PUBLICA: Öffentliche(r) Sex(ualität) - Verdrängung, Stigmatisierung und Exklusion im Bereich der Sexarbeit“ einladen.

Innsbruck bekommt Besuch von Undine de Rivière, einer Sexarbeiterin und Aktivistin aus Hamburg. Sie hat selbst während ihres Studiums als Stripperin gearbeitet und wird uns von ihrer Geschichte und ihrer aktuellen Arbeit als „Bizarr Lady“ erzählen. Sie wird mit gängigen Klischees aufräumen und dem Publikum einen unerwartet differenzierten Einblick in ihre Welt zwischen BDSM-Studio, Laufhäusern, suggestiver Verbalerotik und Sexparties geben. Sie erzählt über Persönliches, Berufliches und Feministisches und lässt dabei viel Raum für Fragen aus dem Publikum. Sie geht auf die vielschichtige gesellschaftliche Stigmatisierung und institutionelle Diskriminierung von Sexarbeiter*innen ein und appelliert für die Entkriminalisierung dieser umstrittenen Berufsgruppe.

Ein Insiderbericht, wie es hinter den Kulissen eines Wirtschaftszweigs zugeht, der im gesellschaftlichen Diskurs an unterschiedlichen moralischen Maßstäben gemessen wird und über den meist nur Halbwissen und Pauschalurteile verbreitet werden.

Dies findet noch dazu in einem Raum statt, der ähnlich tabuisiert wird. Um das Rotlichtmileu ein wenig zu entmystifizieren und um einen nüchternen und unvoyeuristischen Blick auf eine Örtlichkeit werfen zu können, in der Striptease (eine Art von Sexarbeit) stattfindet, laden wir in den Bad Girls Stripclub in der Bogenmeile ein. Hiermit eröffnet sich die Möglichkeit dass Interessierte einen Stripclub in einem konsumzwangslosen/sicheren Rahmen erkunden können. Durch die zusätzliche inhaltliche Darbietung der Vortragenden möchten wir versuchen den Besucher*innen ein entmystifiziertes und enttabuisiertes Bild von Sexarbeit in ihrer Vielschichtigkeit zu vermitteln. Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Akteur*innen sind, die in der Sexarbeit tätig sind und damit mit den vielen Klischees und Vorurteilen aufzuräumen und die Menschen dahinter zeigen.

Vortrag beginnt um 18:15.

Mehr Infos zur Vortragenden:


Undine de Rivière finanzierte ihr Studium mit Striptease und Sexarbeit und entschied sich nach abgeschlossenem Physik-Diplom für eine hauptberufliche Ausübung der Sexarbeit. Als »Bizarr-Lady« leitete sie fünfzehn Jahre lang eines der bekanntesten BDSM-Studios Hamburgs. Insgesamt arbeitet sie seit über zwanzig Jahren als Sexarbeiterin. De Rivière ist Gründungsmitglied des bundesweiten Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD), einer Interessenvertretung ehemaliger und aktiver Sexarbeiter_innen. Sie setzt sich auf lokaler und Bundesebene für eine Entkriminalisierung des Berufs und eine Stärkung der Rechte von Sexarbeiter_innen ein. Vor kurzem veröffentlichte sie ihr Buch „Mein Hurenmanifest“.

Mehr Infos über iBUS:
Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiter*innen. 2013 gegründet. Wir bieten anonyme und kostenlose Beratungen für Menschen in der Sexarbeit. Wir haben einen akzeptierenden Zugang und treten für die Entkriminalisierung von Sexarbeit ein.

Diese Veranstaltung wird über die TKIopen 19/Land Tirol finanziert.